Forschung an der Fakultät für Medizin

Die Forschungsschwerpunkte an der Fakultät für Medizin sind eng an die vier wichtigsten klinischen Kernbereiche gekoppelt: Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, neurologische Erkrankungen und Allergien & Immunkrankheiten.

 

Krebserkrankungen

Der klinische Kernbereich „Krebserkrankungen“ hat an der Fakultät für Medizin sowohl im klinischen Bereich als auch in der Forschung eine lange und erfolgreiche Tradition. Das „Comprehensive Cancer Center Munich“ erhielt 2014 von der Deutschen Krebshilfe das Prädikat „Onkologisches Spitzenzentrum“. Mehr als 20 Einrichtungen am Klinikum rechts der Isar kooperieren bei der Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen und arbeiten parallel dazu in der Grundlagen- und translationalen Forschung zusammen. Der klinische Kernbereich „Krebserkrankungen“ wird durch mehrere hochrangige Forschungskonsortien (SFB824, Transregio-SFB36, DFG-Forschergruppe 2033) unterstützt und ist am BMBF-finanzierten Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) beteiligt. Das wissenschaftliche Ziel des Kernbereiches „Krebserkrankungen“ ist es, auf der Basis klinisch relevanter Krankheitsmodelle Erkenntnisse aus der Grundlagenwissenschaft für die Therapie von Tumorerkrankungen nutzbar zu machen. eine klare „Bench-to-Bedside“- Schiene zu etablieren. Dies wurde bereits für gastrointestinale Tumoren, Leukämie, lymphoproliferative Tumoren, Sarkome bei Kindern und für vererbbare Brust- und Ovarialkarzinome erfolgreich umgesetzt. Zentrale Themen in der Krebsforschung am MRI sind:

  • Zellbiologie tumorassoziierter Gene
  • Analyse der Mikroumgebung von Tumoren
  • Entwicklung neuer Klein- und Großtiermodelle
  • Molekulare und multimodale Bildgebung für die Krebsdiagnostik und  Verlaufsbeobachtung
  • Initiierung von Phase I- und Phase II klinischen Studien

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der klinische Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfasst sieben klinische Einrichtungen, darunter die Medizinische Klinik I und das Deutsche Herzzentrum München. Zusammen bilden diese eines der größten klinischen Programme für kardiovaskuläre Medizin in Deutschland. Die Kliniken arbeiten eng mit einer Reihe von Forschungsinstituten zusammen, z.B. der Pharmakologie, der Humangenetik und der Medizinischen Statistik.
Eine besondere Stärke ist das „ISAResearch Center“ am Deutschen Herzzentrum München, das einzigartige Einrichtungen für Patienten mit koronarer Herzkrankheit bereit stellt, Kohorten mit mehr als 100.000 Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verfolgt und umfassende klinische Verlaufs- und Behandlungsaufzeichnungen als auch eine Biobank aufweist. Auf der Grundlage dieser Ressourcen und der kombinierten klinischen und wissenschaftlichen Stärken, fungieren Mitglieder dieses Schwerpunktes als Koordinatoren in einer Reihe von Forschungsverbünden, die u.a. von der DFG, BMBF und der EU gefördert werden. Darüber hinaus haben Wissenschaftler aus diesem Schwerpunkt die „Munich Heart Alliance“ initiiert, die den Standort München im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung vertritt.
Die zentralen Forschungsschwerpunkte in diesem Bereich sind:

  • Programme zur Untersuchung genetischer Einflüsse bei Herz-Kreislauferkrankungen
  • Leitlinien-relevante Behandlungsstudien bei koronarer Herzkrankheit
  • Klinisches Studienzentrum zum Management klinischer Studien der Phase II –IV
  • Herstellung patientenspezifischer, induzierter pluripotenter Stammzellen (iPSCs), ihre genetische Modifikation und Differenzierung in menschliche Krankheitsmodelle zur geno- und phänotypischen Analyse

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Erkrankungen des Gehirns

Der Kernbereich „Erkrankungen des Gehirns“ umfasst sechs klinische Einrichtungen. Große klinische Einheiten, die sich verstärkt mit degenerativen und inflammatorischen Krankheitsgeschehen sowie mit Schmerz beschäftigen bilden die Grundlage für gemeinsame klinische Forschung zu Biomarkern, Genetik, Elektrophysiologie und Bildgebung. Der Bereich „Erkrankungen des Gehirns“ wird durch die Integration der Institute, die neurowissenschaftliche Grundlagenforschung betreiben (Institut für Neurowissenschaften, Institut für Zellbiologie des Nervensystems) und durch gemeinsame Berufungen mit Helmholtz-Partnern, insbesondere am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und am Helmholtz Zentrum gestärkt. Dieser klinische Kernbereich koordiniert eine Reihe von Konsortien, einschließlich eines DFG Exzellenzclusters über Systemneurologie (EXC1010, in gemeinsamer Koordination mit der LMU), eines DFG Graduiertenkollegs (RTG1373), des BMBF Kompetenznetzes „Multiple Sklerose“, des deutsch-französischen BMBG Netzwerkes zur Epigenetik der Parkinson Krankheit und des TUM Neuroimaging Zentrums.

Am Universitätsklinikum München Rechts der Isar werden modernste bildgebende Verfahren entwickelt und eingesetzt, um die Physiologie und Pathologie des Nervensystems zu untersuchen. Auf dieser Basis können neuartige Diagnose- und Behandlungsstrategien entwickelt werden. Die klinischen Schwerpunkte im Kernbereich „Erkrankungen des Gehirns“ liegen vor allem auf Demenz, Mulipler Sklerose (MS), Bewegungsstörungen, neurovaskulären Erkrankungen, Neuro- und Psychoonkologie sowie auf Schmerz und Bewusstseinsstörungen. Die Forschungsschwerpunkte sind:

  • Entdeckung neuer genetischer Risikofaktoren und Biomarker für Bewegungsstörungen, Neurodegeneration und Multiple Sklerose
  • Neuronen-Glia-Immun-Interaktionen und lokale Regulation der Immunantworten im Gehirn
  • In vivo-Bildgebung und Modulation neuronaler Aktivität
  • Bildgebung und Modellierung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungsprozesse in-vitro und in-vivo
  • Evidenzbasierte Therapien ausgewählter neuropsychologischer Erkrankungen

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Allergien & Immunkrankheiten

Allergologie und Immunologie sind zentrale Bestandteile der klinischen Forschung und Krankenversorgung an unserer Fakultät und eine Reihe klinischer Einrichtungen, Institute und Lehrstühle sind am Kernbereich „Allergien & Immunkrankheiten“ beteiligt. Von besonderer Bedeutung für diesen Kernbereich ist die enge Partnerschaft mit dem Helmholtz Zentrum, z.B. durch den gemeinsamen Betrieb des Zentrums für Allergie & Umwelt (ZAUM).

In diesem Kernbereich werden eine Reihe von Verbundprojekten durch die DFG, das BMBF, die Christine-Kühne- und die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert (SPP1394, SFB914, SFB1054, TRR36).

Besondere Anstrengungen in diesem Kernbereich zielen darauf ab, die Forschungsaktivitäten in der Münchner Metropol- und Wissenschaftsregion zu bündeln (Münchner Allianz zur Allergieforschung; Zentrum für Infektionsmedizin München) und am Klinikum rechts der Isar ein GMP-Labor zur Produktion von Zelltherapeutika (TUMCells) zu etablieren.
Die wichtigsten Forschungsschwerpunkte sind:

  • Identifizierung von Umwelt- und genetischen Risikofaktoren und von Biomarkern, die für die Entwicklung immunologischer Erkrankungen bedeutsam sind
  • Etablierung neuer diagnostischer Tests für ausgewählte Immunkrankheiten
  • Entwicklung neuer Therapiestrategien (Präzisions-Immuntherapie)
  • Initiierung von Phase I und II Studien für prophylaktische und therapeutische Interventionen

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